{"id":717,"date":"2025-11-28T08:14:01","date_gmt":"2025-11-28T07:14:01","guid":{"rendered":"https:\/\/rheosol.com\/?p=717"},"modified":"2025-12-02T08:17:55","modified_gmt":"2025-12-02T07:17:55","slug":"nw-chemie-zur-diskussion-ueber-die-biozidzulassung-von-ethanol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rheosol.com\/index.php\/2025\/11\/28\/nw-chemie-zur-diskussion-ueber-die-biozidzulassung-von-ethanol\/","title":{"rendered":"NW-Chemie zur Diskussion \u00fcber die Biozidzulassung von Ethanol"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Tochterunternehmen der N\u00f6lken Hygiene Products GmbH engagiert sich die NW-Chemie seit Jahrzehnten f\u00fcr sichere und wirksame Hygieneprodukte. Die aktuelle Diskussion um eine m\u00f6gliche Einstufung von Ethanol als reproduktionstoxisch und karzinogen im Rahmen der EU-Biozidverordnung verunsichert Anwender in Kliniken, Praxen und Industrie. Wir m\u00f6chten den Sachverhalt erl\u00e4utern, die m\u00f6glichen Folgen beleuchten und unseren Standpunkt darlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ethanol als Desinfektionswirkstoff \u2013 bew\u00e4hrt und unverzichtbar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ethanol \u2013 auch als Trinkalkohol bekannt \u2013 ist ein Zellgift. Gerade diese Eigenschaft macht den Stoff zu einem effektiven Wirkstoff gegen Bakterien, Hefen und Viren. In alkoholischen H\u00e4ndedesinfektionsmitteln wirkt Ethanol schnell, zuverl\u00e4ssig und ist einer der wenigen Wirkstoffe, der selbst unbeh\u00fcllte Viren in kurzer Zeit inaktiviert. Die NW-Chemie setzt Ethanol seit vielen Jahren in mehreren Rezepturen der Marken RHEOSOL und RHEOSEPT ein und gew\u00e4hrleistet damit die Einhaltung hoher Hygienestandards in Krankenh\u00e4usern und anderen sensiblen Bereichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>EU-Verfahren schafft Unsicherheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Biozidprodukte-Verordnung (EU Nr. 528\/2012) m\u00fcssen alle in Bioziden eingesetzten Wirkstoffe zugelassen werden. F\u00fcr Ethanol l\u00e4uft dieser Prozess seit den 1990er-Jahren. Die zust\u00e4ndige Europ\u00e4ische Chemikalienagentur (ECHA) pr\u00fcft nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch Risiken f\u00fcr Gesundheit und Umwelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende November 2025 beriet der Ausschuss f\u00fcr Biozidprodukte (BPC) \u00fcber die Zulassung von Ethanol. Dabei ging es um die Frage, ob der Wirkstoff als reproduktionstoxisch Kategorie 2 oder sogar als CMR-Kategorie 1 eingestuft werden soll. Eine Einstufung dieser Art w\u00fcrde drastische Verwendungsbeschr\u00e4nkungen nach sich ziehen, insbesondere bei H\u00e4ndedesinfektionsmitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BPC konnte sich nicht auf eine Empfehlung verst\u00e4ndigen und die Entscheidung wurde auf Mai 2026 vertagt. F\u00fcr Hersteller wie die NW-Chemie bedeutet das: Wir k\u00f6nnen die Registrierungen unserer etablierten RHEOSEPT und RHEOSOL Produkte nicht abschlie\u00dfen und erhalten keine langfristige Rechtssicherheit. Diese Situation bremst Innovationen und belastet Investitionsentscheidungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Folgen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit und die Branche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte Ethanol als CMR-Stoff eingestuft werden, w\u00e4ren Desinfektionsprodukte auf dessen Grundlage de facto verboten. Selbst f\u00fcr professionelle Anwender m\u00fcssten im Einzelfall zeitlich begrenzte Ausnahmeregelungen erwirkt werden. Eine solche Regulierung h\u00e4tte weitreichende Konsequenzen. Ethanol ist einer der wenigen Wirkstoffe, der schnell gegen ein breites Spektrum an Erregern wirkt. W\u00fcrde er nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen, w\u00e4ren wirksame H\u00e4ndedesinfektionen in Krankenh\u00e4usern, Pflegeeinrichtungen, Laboren und der Lebensmittelproduktion nur noch eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich \u2013 die Hygienekette w\u00e4re gef\u00e4hrdet. Ohne eine klare Zulassung k\u00f6nnen Hersteller zudem keine langfristigen Liefervertr\u00e4ge abschlie\u00dfen. Die fehlende Planbarkeit gef\u00e4hrdet die Versorgungssicherheit in ganz Europa. Hinzu kommt, dass bereits heute zahlreiche Wirkstoffe seit Jahren auf ihre Zulassung warten. Die stockende Umsetzung der Biozidverordnung wird von vielen Akteuren als R\u00fcckschritt wahrgenommen. Weitere Versch\u00e4rfungen w\u00fcrden Forschung und Entwicklung zus\u00e4tzlich hemmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unsere Position und Forderungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die NW-Chemie unterst\u00fctzt die Forderungen zahlreicher Kliniken, Verb\u00e4nde und Forschungseinrichtungen, die sich in einer Petition f\u00fcr den Erhalt von Ethanol ausgesprochen haben. Zusammen mit Vertretern aus der Industrie, der Medizin, sowie der Forschung werden wir in der n\u00e4chsten Woche in Wien an dem europ\u00e4ischen Biozid-Kongress \u201eBiocides Europe\u201c teilnehmen. Aus unserer Sicht sind folgende Punkte entscheidend:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Wissenschaftliche Bewertung:<\/strong> Die Einstufung von Ethanol darf nicht auf Daten beruhen, die aus dem Missbrauch oder der oralen Aufnahme stammen. F\u00fcr die Anwendung als Desinfektionsmittel sind Haut- und Inhalationsbelastungen gering und seit Jahrzehnten als sicher eingestuft. Jede Regulierung sollte diese Unterschiede ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Rechtssicherheit und Transparenz:<\/strong> Hersteller ben\u00f6tigen verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen. Ein Verfahren, das sich \u00fcber Jahrzehnte zieht und keine klare Perspektive bietet, untergr\u00e4bt das Vertrauen und verhindert Investitionen. Wir fordern eine z\u00fcgige, transparente Entscheidung auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Erhalt der Infektionspr\u00e4vention:<\/strong> Ethanol ist wegen seiner einzigartigen Eigenschaften schwer zu ersetzen. Es gibt alternative Wirkstoffe, diese weisen jedoch je nach Substanz Einschr\u00e4nkungen in Wirksamkeit, Hautvertr\u00e4glichkeit oder Verf\u00fcgbarkeit auf. F\u00fcr den Fall einer Nichtzulassung haben wir alternative Rezepturen entwickelt, doch der bew\u00e4hrte Einsatz von Ethanol sollte erhalten bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Praxisgerechte Regulierung: <\/strong>Sollte sich die EU dennoch f\u00fcr eine CMR-Einstufung entscheiden, m\u00fcssen pragmatische \u00dcbergangsfristen und Ausnahmeregelungen vorgesehen werden. Ansonsten k\u00f6nnten Krankenh\u00e4user und andere Einrichtungen ihre Hygienestandards kurzfristig nicht gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als verantwortungsbewusster Hersteller stehen wir f\u00fcr Transparenz und Dialog. Wir informieren unsere Kunden \u00fcber den aktuellen Stand und halten bei Bedarf alternative Produkte bereit. <strong>Ethanol ist ein bew\u00e4hrter, wirkungsvoller und unverzichtbarer Bestandteil der Infektionspr\u00e4vention. <\/strong>Eine ausgewogene Regulierung muss diesem Umstand Rechnung tragen und zugleich das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit unserer Produkte st\u00e4rken. Wir appellieren an die Entscheidungstr\u00e4ger, bei der Bewertung von Ethanol als Biozidwirkstoff den wissenschaftlichen Konsens und die praktische Bedeutung dieses Stoffes f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.noelken.de.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pressekontakt:<\/strong><br>Stephen Sch\u00fcller (PR &amp; Kommunikation) Telefon: +49(0) 2645\/ 9527-217 <br>E-Mail: sschueller@noelken.de<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber N\u00f6lken Hygiene Products GmbH Die N\u00f6lken Hygiene Products GmbH wurde 1982 von Ernst N\u00f6lken gegr\u00fcndet und wird heute als Familienunternehmen in der zweiten Generation gef\u00fchrt. Das Unternehmen mit dem Stammsitz im rheinland-pf\u00e4lzischen Windhagen vollzog die Entwicklung vom Handelsunternehmen zum breit aufgestellten Hersteller und geh\u00f6rt heute zu den Marktf\u00fchrenden in den Bereichen kosmetische Pflegemittel und Hygieneprodukte. \u00dcber 500 Mitarbeitende entwickeln und produzieren an drei Standorten in Deutschland und Polen Feuchtt\u00fccher, Stilleinlagen und kosmetische Pflegeprodukte f\u00fcr namhafte Handels- und Industrieunternehmen auf drei Kontinenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Tochterunternehmen der N\u00f6lken Hygiene Products GmbH engagiert sich die NW-Chemie seit Jahrzehnten f\u00fcr sichere und wirksame Hygieneprodukte. Die aktuelle Diskussion um eine m\u00f6gliche Einstufung von Ethanol als reproduktionstoxisch und karzinogen im Rahmen der EU-Biozidverordnung verunsichert Anwender in Kliniken, Praxen und Industrie. 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